Geschichte

DIE UNTERSCHLAGENE GESCHICHTE

„Als sich die Thalidomid-Medikamente auf allen Märkten der Welt ausbreiteten, unterzog ein Forscher an der Universität von Ankara, Prof. Sureya Aygün, Thalidomid Prüfungen auf Zellkulturen in vitro von menschlicher Leber aus Totgeburten. Prof. Aygün kam der Teratogenität von Thalidomid auf die Spur, da diese Substanz die Gewebe in vitro unmissverständlich veränderte. Aber die von ihm ausgesprochenen Warnungen wurden vom Rest der Welt ignoriert. Es gelang ihm „bloss“ die Einfuhr von Thalidomid-Medikamenten in die Türkei zu verhindern und dadurch sein Land vor der Tragödie zu bewahren.“ Aus „Das goldene Kalb“, Milly Schär-Manzoli, ATRA/ AG STG, 5. Auflage DE, 1999

Hinweise zur rettenden Forschungsarbeit und die türkische Importblockade, welche durch S.T. Aygün veranlasst wurde, findet man auch in „Anthropological Futures“ von Michael M.J.Fischer, Duke University Press, Durham and London, 2009, Seite 97. S.T. Aygün, Pionier der Stammzellkulturen, war ein Gegner der Vivisektion und davon überzeugt, das die Experimente durch die Firma Grünenthal ungenügend waren.

Weitere Hinweise zu. Prof. Dr. Süreyya Tahsin Aygün  und die Verhinderung des Contergan-Dramas in der Türkei mittels Zelltest:

2015 konnte bei der Universität von Ankara noch nachgelesen werden – (inzwischen ist der Text nicht mehr auffindbar) „http://www.veterinary.ankara.edu.tr/?mdl=haber&haber_id=429“ –

  • Universität Ankara – Ein Professor an der Uni Ankara erzählt im Jahr 2012 seinen Schülern, dass Dr. S.T.Aygün mittels Tests an Stammzellen damals 1960 herausgefunden hat, dass Thalidomid Verstümmelungen zur Folge haben wird, und dass darauf hin dieses Medikament verboten wurde.

Dieser Link funktioniert seit 2015 auch im Juli 2019:

Selbst wenn es damals allenfalls noch „Münzwurfwissenschaft“ war, Tierversuchs-Teratogenistäts-Voraussagen sind es heute noch. – Hätten wir Zeit und Ressourcen in Zellen, Geweben und Organen und Bio-Dummies investiert, wären wir heute erheblich weiter.

Tierversuchs-Münzwurfwissenschaft: Die Teratogenitätsstudien von 1396 verschiedene Substanzen wurden analysiert: fast die Hälfte der Stoffe, die bekanntermassen beim Menschen Fehlbildungen hervorrufen können, wurden im Tierversuche als unbedenklich eingestuft. Und umgekehrt: fast die Hälfte der Stoffe, die während der menschlichen Schwangerschaft gefahrlos eingesetzt werden können, wurden im Tierversuch als gefährlich eingestuft. In Beipackzetteln steht darum sinngemäss: «Unbedenklich in Tierversuchen. Es liegen jedoch keine Informationen von Untersuchungen an Menschen vor, weshalb dringend von einer Einnahme während der Schwangerschaft und Stillzeit abgeraten wird». –

https://www.vgt.ch/doc/justizwillkuer/vasella-novartis/beilage_10_gutachten_walz.pdf (19,  20, Jarrod Bailey) – http://www.aknight.info/publications/anim_expts_tox/teratol/JB%20et%20al%20Teratol%20Biog%20Amines%202005%2019(2)%2097-146.pdf